Feminismus – der falsche Feind, und Freund

Vorab: Wer eine Warnung über möglicherweise verletzende Inhalte als Beleidigung versteht, möge den nächsten Absatz überspringen.

Trigger Warnung: Ich gehe hier davon aus, dass Feminismus hier und heute mehr schadet als nutzt. Wenn Du das doof findest schon nicht aushalten kannst, geh weg. Wenn Du trotzdem weiter liest, vergewaltigst Du mich mit Deinen starrenden Augen. Wer dem vorgehenden Absatz zustimmt und trotzdem das hier liest: selber schuld. (doof -> aushalten korrigiert)

Feind?

Wenn man anfängt sich mit Männerrechten zu beschäftigen, kommt man(n) schnell zu dem Schluss, dass der Feminismus der größte Feind der Männer ist. Das ist nicht richtig; zumindest ist es nicht so einfach.

Das entscheidende Argument dagegen erbrachte Christoph Kucklick, der in seiner Doktorarbeit nachwies, dass der Männerhass in unserer Gesellschaft keine Erfindung des Feminismus ist.

Der war schon früher da, in der Bestimmung der Rollen der Geschlechter der bürgerlichen Gesellschaft: Der Mann galt als das potentiell gefährliches Tier, und die Frau galt als gutes Wesen mit der Möglichkeit und dem Auftrag, den wilden Mann zu zivilisieren. Verbreitet haben dies damals vor allem Männer… Hämisch gewendet: Nicht mal den Männerhass hat der Feminismus alleine hingekriegt, auch den hat er sich – von Männern – angeeignet.

Spaß beiseite, die Forschung von Christoph Kucklick erlaubt einen entspannteren Blick auf den Feminismus, oder besser: einen Blick darüber hinaus, vielleicht auf die wahren Ursachen für den miesen Stand von Männern hier und heute. Dabei kommen drei andere Punkte in Sicht:

  • MütterverehrerInnen, die aus traditioneller Sicht das Bild von Männern als gefährlich, vor allem für Kinder, aber auch hilflose Frauen, verbreiten
  • Die, nennen wir es, Geschlechterstereotypen: Männer-Täter, Frauen-Opfer. Mann muss sich fürs Mannsein beweisen, am besten dadurch dass er etwas für eine Frau tut, usw.
  • Tiefere, möglicherweise genetische Grundlagen, z.B. die In-Group-out-Group Preference. Alle Frauen bevorzugen ihr eigenes Geschlecht, und drei viertel der Männer bevorzugen ebenfalls Frauen statt Männer.

Auf Feinde und Feminismus bezogen heißt das: Selbst wenn es gelänge den Feminismus loszuwerden, würde die Lage von Männern in der Gesellschaft nicht unbedingt besser. Zum einen hätte der technische und gesellschaftliche Fortschritt auch ohne Feminismus zu einer Ablösung vom Mann als Versorger und Beschützer geführt, und zum Abschied der Frau als Gebärmaschine und Kinderaufzieherin. Zum anderen würde sich nichts an der Idee Wegwerfartikel Mann (engl. disposable male) ändern, die vielleicht sogar eine biologische Grundlage hat.

Und schließlich ist der Patriarchatsquatsch des Feminismus in einem Punkt korrekt: Nach Zahlen haben Männer im Parlament und in anderen Positionen die Macht, auch heute. Kein Gesetz zugunsten von Frauen oder zum Nachteil von Männern hätte verabschiedet und umgesetzt werden können, wenn Männer das nicht gebilligt und unterstützt hätten.

Freund?

Auf der anderen Seite kann der Feminismus kein Freund des Maskulismus (und Frauenrechtler keine Freunde von Männerrechtlern) sein. Einzelne Feministinnen mögen bei einzelnen Themen Ähnliches vertreten, im Allgemeinen kann Feminismus es von seinen Grundlagen her nicht. Wieder Kucklick, vereinfacht gesagt hat die Frau in der bürgerlichen Gesellschaft die Pflicht, an ihrem Mann rumzumeckern. Das hat der Feminismus auf eine allgemeine Ebene gehoben, wodurch der einzelnen Frau weitere „Argumente“ gegen ihren einzelnen Mann gegeben wurden. Diese Rolle nutzt und verstärkt der Feminismus, anstatt sie zu hinterfragen.

Das andere Stereotyp das der Feminismus nutzt ist das der Frau als Opfer, die niemals Verantwortung für ihre Worte und Taten übernehmen muss. Wie Karen Straughan einmal herausgearbeitet hat: selbst wenn von Führerinnen der Frauenbewegung Vorschläge kommen, mit denen Frauen mehr in die Verantwortung/Pflicht genommen werden, wird daraus nichts weil die Mitgliederinnen es ablehnen. Solange der Patriarchatsglauben im Feminismus eine Rolle spielt, kann sich an Meckerattacken und Opferkult nichts ändern.

Zu diesem allgemeinen Vorteil der moralisch höheren Position kommt inzwischen ein handfester Geldregen bei den professionellen Feministinnen, den sie anscheinend um jeden Preis verteidigen (also auch mit Gewalt gegen Frauen).

Nichts davon kann der Maskulismus für sich nutzen, oder glauben dass er das in absehbaren Zukunft nutzen könnte.

Wenn man eine rosa Brille aufsetzt, kann man einen Verdienst des Feminismus ausmachen: Die gelebte Geschlechterrolle zu trennen vom angeborenen Geschlecht. Dummerweise zerschlägt einem der Feminismus sogleich diese Brille mit einer Rechts-links Kombination auf der Nase, mit „die Geschlechterrolle hat nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun“ und „Wir allein bestimmen darüber, wie die Geschlechterrollen ab jetzt gelebt werden“. Dementsprechend ist der Versuch mit Feministinnen gemeinsam die Geschlechterrollen neu zu bestimmen schon vor Jahrzehnten gescheitert. Spätestens eine Organisation wie Pro Quote sollte klar gemacht haben, dass „Feminismus“ für „Lobby von einzelnen Frauen für sich selbst“ steht, und für sonst nichts.

Was nun?

Daher glaube ich zusammengefasst, dass man(n) sich als Männerrechtler vom Feminismus emanzipieren muss, in jeder Hinsicht. Am besten angefangen mit dem Namen. Wie wäre es mit „Masku“? Die Schwulen haben aus einem Schimpfwort eine Beschreibung gemacht, warum nicht auch Männerrechtler?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich will nicht sagen dass es falsch ist gegen Feminismus zu kämpfen – er ist durchaus ein Problem. Ich will auch nicht sagen dass es falsch ist sich anzuschauen was man vom Feminismus lernen kann (vor allem: was man vermeiden sollte) – ich mache schließlich beides. Aber man sollte darüber hinaus blicken, um sich nicht im Kleinklein der Aufregung über den neuesten feministischen Schwachsinn zu verlieren. Dafür gibt es inzwischen dutzende Youtube Kanäle. Es gibt genug zu tun für verschiedenste Ansätze, und genügend Gründe gegen das akute Feminismusfieber geeignete Breitbandantibiotika einzusetzen. Aber man sollte nicht vergessen dass damit nur Symptome bekämpft werden, und davon allein keine langfristige Heilung zu erwarten ist.

Weiterlesen: Zu Ursachen und Wirkungen, unter anderem bei der Ehe, Karen Straughans „Fempokalypse“ (engl. Orginal).

Was wäre ein Maskublogartikel ohne Gegenkultur? Diesmal, aus fast aktuellem Anlaß, Feine Sahne Fischfilet, Hast du kapiert für Hast Du gehört, was Mensch über Dich denkt? // Kein kleines bisschen Scheiße wird Dir hier geschenkt.// Weil Du dich nicht an ihre Regeln hälst.

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4 Kommentare zu „Feminismus – der falsche Feind, und Freund“

  1. Christian hat bei Alles Evolution einen treffenden Beitrag zur Berliner Erklärung, der zum Thema passt:

    eine Zielgröße von jeweils mindestens 30 Prozent Frauen
    die Vergabe öffentlicher Aufträge und Fördermittel an mindestens 40 Prozent Frauen
    –> Jau, mehr Lobby geht kaum. Kapieren es jetzt mal alle?

    Deutscher Frauenrat (DF), Dachverband von 59 Mitgliedsverbänden, über 12 Millionen Frauen
    Deutscher LandFrauenverband e.V., 500.000 Mitglieder
    –> Wohl kaum alles Feministinnen, sondern sicher auch eine Menge Mütterverehrerinnen, die sich aber gerne solidarisch zu den feministischen Schwestern erklären, weil umgekehrt die Feministinnen ihnen auch immer den Rücken freihalten, wenn es um den Erhalt der Müttervorrechte geht.

  2. Von mir eine Anmerkung zum Thema „auch in der bürgerlichen Gesellschaft der Vergangenheit wurden Frauen auf ein Podest gestellt“.
    Das mag teilweise stimmen, sog. „respectable women“ galten als mehr oder weniger unschuldig. Allerdings konnten die sich auch nicht so asozial verhalten wie viele Frauen heute, weil es einen „patriarchalen Gesellschaftsrahmen“ gab.
    Allerdings gab es auch immer schon in der Gesellschaft „gefährliche Frauentypen“: Vamp, Nutte, exzentrische adelige Frau….. wie auch immer.
    Heute leistet sich die Masse der Frauen Verhaltensweisen die vor 100 Jahren sich nur wenige Frauen „leisten“ konnten. So gesehen ist heute fast jede junge Frau in Deutschland ein „Vamp“, während „früher“ nur recht wenige so sein konnten.
    Frauen brauchen nun mal eine starke Führen, aber nicht im Sinne von „Gewalt“ sondern im Sinne von Slutshaming.

    1. auch in der bürgerlichen Gesellschaft der Vergangenheit wurden Frauen auf ein Podest gestellt
      Dem stimme ich zu, allerdings habe ich das hier aber nicht geschrieben, oder bin ich blind?
      Zwei Gedanken dazu:
      1.) Im Englischen sagt man statt „Frauen zuerst“ „Ladies first“, eine Frau war nicht automatisch eine Lady, sondern konnte auch dem vulgären Pöbel angehören. Wie Du schreibst musste sie sich auf eine bestimmte Art verhalten, um als „respectable woman“ zu gelten und zu bleiben. Frauen waren also nicht allesamt auf einem höheren Podest als Männer. Aber vielleicht jeweils auf einem höheren Podest als die Männer der gleichen Klasse?
      2.) Ich vermute das höhere Podest kam einfach von der Fähigkeit Kinder zu bekommen, in Verbindung mit den damals viel höheren Risiken für Kind und Frau. Dafür gibt es heute wegen der Medizin einfach kaum noch einen Grund – außerdem haben wir Überbevölkerung. Da könnte man dann den Bogen zu Evolution und Auslese schlagen und darüber nachdenken, wieso Frauen eigentlich so schlecht an das Gebären von Kindern angepasst sind (ich weiß, die Köpfe sind größer geworden, aber eigentlich hätte das nach meinem naiven Verständnis gar nicht passieren können, wenn es einen Nachteil für das Gebären darstellt).

      Frauen brauchen nun mal eine starke Führen, aber nicht im Sinne von „Gewalt“ sondern im Sinne von Slutshaming.
      Das Slutshaming mach(t)en ja vor allem Frauen untereinander – das ist heute zum Großteil verloren gegangen, wegen Frauenpower, Frauensolidarität und so. Aber noch nicht ganz, manche Nichtschlampe ist heute noch in der Lage die Schuld für ihren stierenden Freund nicht bei ihm, sondern bei der Schlampe gegenüber zu suchen, und ihr gegenüber das eigene „Revier“ zu verteidigen.

    2. Ja weil sie es sich leisten können! Warum verhält sich eine junge Frau asozial?
      Richtig, sie kann es sich leisten.

      Warum zocken Frauen die Männer im Alter zwischen 20-40 ab?
      Richtig sie kann es sich juristisch und gesellschaftlich leisten.

      Warum werden Frauen mit 40 auf einmal erwachsen oder verbittert?
      Richtig, weil sie es sich eben nicht mehr leisten kann wie ein infantiles und asoziales Miststück aufzuführen.

      Logisch!
      Mysterium der Frau gelüftet.

      Manchmal beschleicht mich das Gefühl der Großteil der Menschheit ist nicht fähig zu denken. Alles eine Frage der Programmierung. Es gibt die Programmierung (Religion, Weisheiten, Gesellschaft, Schule, „Wissen“) und es gibt den Mensch.

      Der Mensch ist sehr einfach gestrickt. Bedürfnisse stillen. Selbst das „Macht“ oder „Sicherheit“ haben wollen ist anerzogen (programmiert), der Mensch ist von Natur aus extrem faul. Darauf basieren die ersten Religionen. Etwas vorerst Unerklärliches, zum Beispiel ein Furz, wird erklärt: Teufelsfurz. Voilá und wer hat die Lösung? Ich!

      Was ist Liebe? Das gleiche wie ein Furz! Ein kurzes Windchen aus dem Arsch des Lebens. Ein Hormoncocktail. Leider sind Frauen nur in jungen Jahren attraktiv und dementsprechend „begehrenswert“. Die Frauen haben heute die richtige Arschkarte, nur sie Wissen es noch nicht.

      Dankt mal darüber nach 🙂

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