Mann, geht’s Dir gut!

Ein rosaroter Ausflug in die vielen Bereiche, in denen es uns Männern hier und heute gar nicht sooo schlecht geht

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Unsere lieben Medien versuchen immer wieder, uns Männern einzureden, wir hätten eine Krise. Den letzten Versuch haben schon verschiedene Blogger und Vlogger auseinandergenommen. Ich setze hier mal andersherum an, denn von Zeit zu Zeit ist es sinnvoll sich klar zu machen, was gut im eigenen Leben und unserer Gesellschaft ist. In der „Zeit“ handelte 2013 die Serie „Gute Nachrichten“ davon, wie sehr sich Leben, Umwelt, Gesundheit in Deutschland in den letzten Jahrzehnten verbessert hat. Ähnlich hieß es letztens bei Rubikon: Das Leben ist schön!

Wie aber steht es mit dem Mann? Gibt es da neben „Krise“ auch Gutes?

Klar doch – her mit der rosa Brille! So gut geht es uns Männern hier und heute:

Als Mann in Deutschland hat man heute mehr Auswahl, wie man sein Leben führt. Man muss nicht mehr unbedingt heiraten, um in der Gesellschaft etwas zu gelten. Man muss keine Kinder bekommen, und man muss auch nicht unbedingt Karriere machen. Man kann immer Gruppen finden, in denen man sich Respekt und Achtung erarbeiten kann, sei es im Sport, in der Politik, im Kleintierzuchtverein oder beim Online Gaming.

Anders gesagt, man ist als Mann ziemlich frei zu tun was man will. Wenn mann sich einmal klar gemacht hat dass es immer Leute und Zeitungsartikel geben wird, die einem erzählen wie Scheiße mann ist, egal was man tut, ist mann sogar absolut frei. Das setzt voraus, dass mann sich von den Meinungen und Urteilen der Mainstream-Gesellschaft frei macht, aber das muss man ohnehin, wenn man nicht in Depression und Selbstmord enden will. Verflixt, da ist mir doch glatt kurz mal die Brille verrutscht…

Da es im „Partnerspiel“ keine verlässlichen Regeln mehr gibt, muss mann sich an keine mehr halten. Wenn mann nett sein will, kann man sich eigene Regeln machen und sie offenlegen. Wenn mann ein Arsch sein will kann man sich immer damit herausreden, dass man ja nicht wusste dass das Gegenüber diese gerade gebrochene Regel wollte – cool, oder? Wenn mann den Anspruch an sich selbst hat, konsequent und ehrlich zu sein, kann man so leben. Wenn nicht, kann man sich zum Beispiel damit herausreden dass mann gerade seine weibliche Seite entdeckt hat – Yeah!

Wenn mann nur Sex will, kann man die sexuelle Befreiung der Frau unterstützen. Mit etwas Glück findet man eine Frau, die „Frauenbewegung“ ernst, und einem auch die Arbeit beim Sex ab-nimmt. Um keine Kinder zu zeugen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die mann auch kontrollieren kann. Wenn einem Geschlechtskrankheiten egal sind überzeuge man die Frau von der Spirale, da kann mann stets beim Vorspiel nebenbei prüfen, ob noch alles an Ort und Stelle ist.

Mann kann die eigene körperliche Zuneigung als genauso wertvoll ansehen wie die einer Frau, und darauf verzichten sie darüber hinaus für die ihre zu entlohnen. Schließlich wollen Frauen Sex genauso wie Männer, nicht wahr? Als „mittelalter“ oder alter Mann in und nach den 30ern stimmt die Aussage manchmal sogar. Und falls ein Mann im Gegenteil von einer zur nächsten Sekunde doch keine Lust auf die sexuelle Aufmerksamkeit einer Frau hat: Er ist in Deutschland seit zwanzig Jahren gesetzlich geschützt vor ihren Übergriffen. Mit etwas Glück nimmt die Polizei die Vergewaltigungsanzeige an, und mit ein bisschen mehr Glück wird die Vergewaltigerin auch verurteilt.

Wenn mann Kinder haben will, muss man sich keine Sorgen mehr um Seitensprünge oder Kuckuckskinder der Angebeten machen, dafür gibt es DNA-Tests. Natürlich ist es verboten sie heimlich zu machen, aber das stört ja wohl keinen großen Geist: Frauen sind vor dem neuen §218 ins Ausland gefahren für eine Abtreibung – das DNA Material kann man einfach per Post schicken. Was das Sorgerecht angeht, ist man inzwischen ähnlich gut gestellt wie in der Ehe, mann muss nur früh genug daran denken und vielleicht ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten.

Mit ein bisschen Vorplanung und weniger Karrieredenken hat mann auch für den Umgang gute Karten, wenn man auf Teilzeit geht und die Mutter gleichberechtigt arbeiten schickt – dabei kann man sich auf die Schultern klopfen (lassen), denn man engagiert sich gegen den Gender Pay Gap.

Wenn mann – mit oder ohne Kinder – heiraten will, muss man heute nicht mehr bis ans Lebensende zusammenbleiben. Man kann jederzeit die Scheidung einreichen, und man muss die Exfrau danach nicht mehr bis zum Tod versorgen: Im modernen Familienrecht in Deutschland wird die Frau als mündige Bürgerin angesehen, die irgendwann mal Verantwortung für das eigene Leben übernehmen kann.

Um dem Recht zu helfen sollte mann sich im Zweifel lieber früher als später scheiden lassen, es sei denn man hat sich ganz den Kindern gewidmet: In dem Fall kann man sittsam bis zum zwanzigjährigen Jubiläum warten, um die Versorgung auf Dauer sicherzustellen.

Wenn mann das eigene Geschlecht vorzieht, findet man in den großen deutschen Städten eine schwule Subkultur, in der man sich dieser Vorliebe ungestört von Heteneinfluß widmen kann, bis hin zu schwulen Firmen für das Geldverdienen. Wenn man sich als Schwuler doch mit Heten abgeben will, findet man schnell welche, die einen mit Kusshändchen in ihre Kreise aufnehmen, um sich mit einem zu schmücken.

Und schließlich: Wenn mann Karriere, Frauen und Mainstream-Gesellschaft abschwört, kann man sich vom Staat versorgen lassen. Man kann Harz IV durch kreative Beschäftigungen aufpeppen, und mit ein wenig Fleiß zum Experten in Sonderförderungen werden. Wenn man sich dann doch für Kinder entscheidet, wird man auch dabei unterstützt und kann sich ihnen ganz widmen.

Also – alles gut?

Rosa Brille ab.

Habe ich etwas Wichtiges vergessen, oder etwas vor lauter rosa gefährlich falsch dargestellt?

Was wäre ein Maskublogeintrag ohne Gegenkultur? Heute Montreal – Alles wird schlimmer, für „Früher höchstens Sklaverei//Heute Christbaumschmuck im Mai“

6 Kommentare zu „Mann, geht’s Dir gut!“

  1. Bis zum „Zusammenbruch des Sozialstaates“ bzw. bis die nächste große Kürzungswelle kommt, kann man als Mann natürlich versuchen auf Kosten des Staates zu leben. Diese Freiheit hat man theoretisch.
    Gibt aber zwei Probleme dabei: Erstens gibts welche, die sich gerne betätigen und ihre Ideen verwirklichen – und das geht mit Arbeitslosengeld nun mal nicht so wirklich –
    und zweitens gibts welche die in Familienunternehmen hineingewachsen sind. Die letztere Gruppe, Familienunternehmer, können sich nicht mal eben so armrechnen und möchten zumeist etwas aus sich und ihrem Unternehmen machen.

    Das was man uns also präsentiert, ist keine wirkliche Freiheit, sondern eine Art „männerfeindlicher Sozialismus“, wo sich Rummelplatztypen und Dauerarbeitslose im Zweifel besser bewegen können, als Leute die etwas aus sich machen wollen.

    Wer sich weiterbilden will, der kann zwar an die zahlreichen Unis und FHs, aber dort herrscht großteilig Feminismus.

    Dennoch, ein sehr schöner Artikel, besonders der zynische Unterton ist sehr gut gelungen.

    1. Dennoch, ein sehr schöner Artikel, besonders der zynische Unterton ist sehr gut gelungen.
      Danke! Dabei wollte ich eigentlich gar nicht so zynisch klingen…

      Erstens gibts welche, die sich gerne betätigen und ihre Ideen verwirklichen – das geht mit Arbeitslosengeld nun mal nicht so wirklich
      Spätestens wenn man die rosa Brille aufsetzt, findet man Beispiele für Menschen die das hinbekommen, gerade im künstlerischen Bereich. Im Gegensatz dazu finden andere Menschen „kreativ“ Wege, wie sie trotz offiziellem Harz IV Status mit offiziell geringen Mitteln sehr bequem leben können… Zum Beispiel eine offiziell sehr hohe Miete, Sach- statt Geldentlohnung, usw.

      Ich würde sagen, die Freiheit erreichst Du, wenn Dir der Ruf und vieles andere wurst ist – etwas aus einem Familienunternehmen machen zu wollen erlaubt Dir diese Haltung aber nicht.
      Oder?

  2. Ehrlich gesagt bin ich Dreckwühler und war nie ein Fashion-Victim. Meine Schulkameraden brauchten immer neue Markenklamotten und je dümmer sie waren, desto mehr mussten sie unbedingt Klamotten tragen die einfach nur aussahen wie im Kindergarten.
    Ich hab so Leute irgendwann zum Teufel gejagt.

    1. Meine Schulkameraden brauchten immer neue Markenklamotten und je dümmer sie waren, desto mehr mussten sie unbedingt Klamotten tragen die einfach nur aussahen wie im Kindergarten.
      Bei uns hießen sie „Popper“ – darüber hinaus hatte meine Famillie nicht das Geld für Markenklamotten. Marken, vor allem solche mit großen Aufdrucken, meide ich – ich bin keine Litfaßsäule. Aber mann kann sich auch ohne Marken gut anziehen 😉

      Dreckwühler – Bauer?

      1. Zu meiner Zeit gab es den Begriff Popper nicht mehr, den kenne ich sozusagen aus den Geschichtsbüchern.
        Man darf nicht vergessen dass ich zuletzt auf einer Gesamtschule war. Da tummelte sich so einiges an Pack mit großer Fresse und Mobbingpotential. Mir haben die aber nix getan, weil die wussten dass es dann geknallt hätte.
        Jedenfalls sahen die teilweise aus wie Kindergartenkinder mit ihren Klamotten mit großen Aufdrucken.

        Nicht Bauer, aber im Bauwesen.

      2. Auch Popper haben manchmal eine große Fresse und Mobbingpotential…
        Bei mir half es damals bei dem einen nervigen Exemplar, ihn davon zu überzeugen dass ich bereit wäre ihm wirklich wirklich weh zu tun, egal was für mich der Preis wäre.
        Danach hat er mich in Ruhe gelassen.

        Nicht Bauer, aber im Bauwesen.
        Ah! Ja, das war die (wahrscheinlichere) Alternative

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